Fortbildung | Dr. Friedrich Fischer
Fortbildung | TIFF | Dr. med. Friedrich Fischer
Allgemeine und spezielle Schmerztherapie, Naturheilverfahren & Akupunktur
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 2011-12-03

 

 

Werte Kolleginnen und Kollegen,

die letzte Fortbildung bei KAT für 2011 liegt hinter uns, auch die letzte Schmerzkonferenz 2011, der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie,DGS Köln Mitte,  findet in 3 Tagen statt und somit Ihren Abschluss, nunmehr das 19. Jahr seit seiner Gründung 1993.

Zeit für eine kleine Rückschau auf ein Jahr mit zum Teil sehr unterschiedlichen ja widersprüchlichen Beobachtungen. Der Alltag in der Schmerzpraxis gestaltet sich durch zunehmende Unsicherheiten immer schwieriger. Als besonders schwerwiegend sind Probleme einer, für Patient und Arzt, stabilen medikamentösen und physiotherapeutischen Verordnung in Zeiten finanzieller Engpässe und bürokratischen Verstrickungen.

Uns allen ist aus Erfahrung klar wie komplex eine erfolgreiche Medikamentenverordnung ist und wie problematisch sich, gerade bei chronischen Erkrankungen,Veränderungen an den beteiligten Parametern auswirken. Klar ist, Kosten müssen gesenkt werden, auch auf die liebgewonnene Luxusversorgung muss zum Teil verzichtet werden, aber dass sagt niemand so deutlich und offen. Denn es ist der Erkrankte der es persönlich nicht verstehen kann warum er, aus heiterem Himmel ein „neues Medikament“ nehmen soll, wo er eine Verschlechterung vermutet, denn jede Veränderung ist per se eine Verunsicherung. Wir Ärzte sollen hier eine Aufgabe tragen in der die Gesellschaft und Politik ebenso gefragt ist, und für alle gilt gemeinsam den Verführungen der beteiligten Interessenvertretungen nicht zu erliegen.

 Zu weit rausgerudert, immer neue Versprechen und jetzt sieht man kein Land mehr.

Aber auch der Erkrankte muss an seine Mitverantwortung geführt werden,dass es im besser gehen könnte wenn, ja wenn....! Wie schwer es ist, Konsum und Lebensgewohheiten zu ändern, auch wenn sie für das eigene Wohlbefinden noch so kontraproduktiv sind, kennt jeder aus seinem eigenen Erfahrungsbereich. Aber diesem blockierenden Anhaftens an Gewohnheiten zum Trotz,ohne ein Umdenken werden chronische Krankheiten weiter zunehmen und kein Medikament auf der Welt wird hier helfen können. Zwar werden wir immer älter, aber die Erwartungen an die Lebensqualität kann in vielen Fällen nicht von äußeren Bedingunen allein erfüllt werden. Eigenverantwortung und Initiative sind grundlegende Vorraussetzung, Vertrauen in die eigenen Selbstheilungsmechanismen führen zu mehr Unbhängigkeit und lebensbejahender Qualität, gerade auch wenn die Probleme zu und nachhaltige Lösungsansätze abzunehmen scheinen.   

Für solche komplexen pädagogischen Interventionen haben wir in der täglichen Praxis, auch unter Beachtung der Wirtschaftlichkeitsgebote keinen Spielraum mehr, und sind darauf auch unzureichend vorbereitet. Somit ist die, an einem „Heil- werden- und Verstehen - können“, beteiligte Harmonie zwischen Arzt und Patient erheblich gestört. Beachtenswert ist eine zunehmende Infragestellung des Einsatzes von retardierten Morphinen. Erfahrenen Schmerztherapeuten wissen seit langem dass auch diese Therapieoption kein Allheilmittel darstellt, aber jetzt die Uhr mit alten Vorurteilen zurückzudrehen, gewonnene schmerzfreie Räume wieder in die Onkologie zu verbannen ist nicht nachzuvollziehen. Korrekturen an Überhitzten Strukturen sind sicher richtig, aber hier sollte man mal etwas genauer nach den verursachenden Protagonisten schauen, als erfolgreiche Therapieoptionen  auszuhebeln bei gleichzeitigem Fehlen von geeigneten Alternativen.

Ich bin sicher, diese Probleme werden uns auch die nächsten Jahre begleiten, im Gesundheitskosmos spiegeln sich natürlich auch die großen gesellschaftlichen Umstrukturierungen die wir zur, und auf nicht absehbare Zeit, erfahren.

Als erfreulich ist der ungebrochene Trend festzustellen komplementäre Heilmethoden, im Sinne einer integrativen Vernetzung zu bestehenden Strukturen, wissenschaftlich zu Bestätigen. Die hierzu notwendigen methodischen Erweiterungen, um individuelle Erfahrungen vergleichbaren Auswertungen zuzuführen, war ein Schwerpunkt auf dem 4.Europäischen Kongress für Integrative Medizin in Berlin. Die Komplementäre und Integrative Medizin (CIM) erfährt durch die vergeleichende Effektivitätsforschung (Complementary Medicine Research) wichtige Impulse um Wissen und Methoden der Komplementärmedizin transparent und somit einer Anerkennung nachhaltig zugänglich zu machen. Hier besteht auch eine Chance Erfahrungen mit CIM bei der Behandlung von chronischen Schmerzen einzubringen, dies umso besser, da in der Schmerztherapie ein umfassendes Dokumentationssysthem zum Standart gehört. Als Teil von CIM sind beispielhaft die  „Mind and Body“ Medizin, die Achtsamkeitsbasierte Veränderung der Körperlicher Erfahrungslandschaft, Qi Gong und Yoga Optionen, die oben erwähnete Stärkung von Selbstverantwortung, Selbstvertrauen und vorhandenen Selbsheilungspotentialen zu stärken.   

Als letzten Punkt möchte ich die Gründung einer Deutschen Ärztegesellschaft für Ayurveda-Medizin e.V. (DÄGAM)erwähnen. In enger Anbindung an die Charite Hochschulambulanz für Naturheikunde, Immanuel Krankenhaus Berlin Wannsee, konnte somit, neben schon bestehenden Strukturen zur Ayurveda-Medizin in

Europa, eine Lücke geschlossen werden. Ziel der DÄGAM ist neben Forschung und Lehre zur Ayurveda-Medizin deren Anerkennung als komplementäre Heilmethode in Deutschland zu fördern. Ich werde mich um eine mögliche Zusammensarbeit der DÄGAM mit der DGS bemühen, da in der Ayurveda-Medizin gute Ansätze, sowohl in der grundlegenden Deutung von chronischem Schmerz als auch deren Behandlung vorhanden sind.

Zum Schluss möcht ich mich bei allen bedanken, die in diesem Jahr mit unermüdlichem Einsatz an dem Erhalt einer qualitativen Schmerztherapie und Komplementären Integrativen Medizin gearbeitet haben.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien einen guten Jahresausklang und verbleibe Ihr

F.Fischer 

         

 P.S. In Kürze wird eine Programmübersicht für das 1. Halbjahr 2012 unter Fortbildung und

        Seminar  erscheinen  


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