
Samstag 16.04.2011
Himmel wie die Zeit vergeht! Über ein Jahr sind vergangen, seit ich diese Seite bearbeitet habe. Der Alltag wird von einer Geschwindigkeit und Fülle beherrscht, dass ein "automatisches Erleben" um Entschleunigung zum Überleben notwendig werden kann. Überleben steht in diesem Sinne für die Wahrnehmung des Augenblicks, der Erfahrung des Seins in genau diesem Moment. "Automatisch" soll die Leichtigkeit zum Ausdruck bringen mit dem wir dieser Erfahrung Raum in unserem Leben geben. Als Teil des Tages, selbstverständlich wie Zähneputzen, sollten wir mit unseren individuellen Optionen, diesem Erleben von Ganzheit nachspüren. Unter Ganzheit und Authentizität hat jeder von uns seine eigene Vorstellung wie sie sich anfühlt oder angefühlt hat, und nach der man eine unbestimmte Sehnsucht verspürt. Irgendwie sind die Attribute "leicht, schwingend, schwebend, spannungslosigkeit,akzeptierend, verstehend, hoffend, lächelnd, offen, tolerant, mitfühlend uvm." Teil dieses Erlebens. Hilfreich im Erfassen des geistigen Wahrnehmens durch unsere Sinne und der Deutung dieser Eindrücke kann dazu auf die grenzenlose Informationsfülle unserer Körpererfahrunge zurückgegriffen werden. Da ein Aspekt der Moderne diesem allenfalls eine meschanistische Bedeutung von Sport zubilligt, bleiben viele Informationen ungenutzt. Dem glücklichen Umstand aus dem medizinischen Fachbereich Schmerztherapie zu kommen, verdanke ich an den rasanten Entwicklungen, in der Beobachtung von "Sein" durch funktionelle Bildgebung , unmittelbar teilhaben zu dürfen. Als "Nebenprodukt" in der Erforschung der neurophysiologischen Abläufe von Schmerzerfahrungen entstand eine, unserer modernen Denkweise zugänglichere Sicht auf traditionelle, oft synonym, als auf Erfahrungswissen beruhende, medizinische Ansätze. Betrachtet man so funktionelle f- MRI Abbildungen *( in der Presse zuletz im Time Magazin März 2011) und beginnt zu begreifen, wie in unserem Gehirn eine Vernetzung von Information,zumindest mit einer großen Wahrscheinlichkeit, stattfindet, lassen sich aus persönlicher Erfahrung allgemeine wissenschaftliche Hypothesen ableiten. Aus der klinischer Erfahrung am Menschen und seinen Erlebnissräumen werden dann aus Hypothesen valide Therapien zusammengefasst ,unter der Überschrift Integrative Medizin. Somit erfahren beispielhaft Konzepte der traditionellen chinesichen (TCM/ Akupunktur) und traditionellen indischen (Ayurveda/ Yoga/ Marma/ Massagen ) Medizin, unsere westlichen Naturheilverfahren, die Salutogenese, Achtsamkeitsbasierte Stress reduktion (MBSR) ,psychologische Verfahren (Verhaltens -und Gesprächstherapie), Psychoterapie, Logotherapie und vielfältige andere körperorientierte Ansätze (z.B. Feldenkreis und Atemtherapie) einer erweiterten Wertschätzung. Wenn wir etwas optisch Wahrnehmen(im Bild sehen), vereinfacht gesagt " Akupunktur wirkt,Yoga wirkt, Atmen wirkt", wird unsere gemachte Erfahrung "es wirkt" verstärkt und vertieft. Spiegelneurone aktivieren das Vertrauen in uns selbst und fördern unsere Fähigkeit zu Lernen und Kommunizieren! Unser persönlicher Einsatz in der Begegnung zu uns selbst bekommt neue Motivation, ob wir nun erste Schritte unternehmen oder schon erfahrene Übende sind im Erkennen von Körper und Geist als einer starken Allianz in dem Bestehen vom Abenteuer Leben. Mit Hilfe von millionenden kleiner und größerer Informationen aus Fühlern
( Nozizetoren) im gesamten Körper, weitergeleitet über die Datenautobahn der Nervenzellen (Neurone) mit ihren komplexen astförmigen Verzweigungen (Dendriten) kommen wir zu der Feststellung ich stehe hier, atme ein und aus, ich bin. Es existieren unendlich viele Körperstellungen und Haltungen, einzelne können als Moderatoren und Kommentatoren gemachte Erfahrungen und damit gewonnene Überzeugungen von z.B. Schmerz, Freude, Lust und Leid einer Veränderung zugänglich machen. Im Qi Gong und Yoga haben z.T. Imitationen aus der Natur ( z.B. typische Tierhaltungen,Cobra, Kranisch, Bär, Tieger) oder in meditativer Einsicht gewonnene Bewegungsabläufe gedankliche Einsichten und Verstärkungen zu Folge (Gebetshaltung).Auf diesen Wissensschatz des Körpers sollten wir nicht verzichten, es wäre für uns alle "tödlich", wenn wie oben ausgeführt, der Verlusst des Augenblicks als solcher interpretiert wird. Nicht als Alternative für die geistige Durchdringung sondern für dessen Raumgeber, „dort wo es entstehen kann“, letztlich untrennbar verbunden, dient das achtsame Erleben mit Hilfe der Körpersprache unserer Erfahrung von „ganz zu sein“. In diesem Sinne einen schönen Osterspaziergang.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende, und bleibe, mit dem unermüdlichen Bemühen um Achtsamkeit, und dem Selben Ihnen und Ihren Lieben
Ihr Friedrich Fischer
*f-MRI funktionelle Magnetressonanztomographie